Herzlich Willkommen auf der Homepage der FFw Farnstädt

Photovoltaikanlagen im Feuerwehreinsatz

Welche Gefahren bestehen beim Löschen einer PV-Anlage für die Feuerwehr?

Es ist Tatsache, dass Wasser ein Stromleiter ist. Somit ist die Gefahr groß, dass ein durchnässter Feuerwehrmann einen Stromschlag bekommen kann, wenn ein Wasserstrahl unter dem Mindestabstand direkt auf die brennenden Solarmodule gerichtet wird. Auch kann der Zugang auf dem Dach zum Feuer durch die Photovoltaik-Anlagen verhindert werden. Eine weitere Gefahrenquelle besteht im kompletten oder teilweisen Abrutschen der Anlage vom Dach. Somit sind die Feuerwehrleute einer erhöhten Verletzungsgefahr ausgesetzt. Weiterhin gibt es keine Richtlinien, die die Platzierungen der Komponenten der PV-Anlage wie Wechselrichter oder Trennschalter genau bestimmt. Somit geht Zeit bei der Suche nach diesen Komponenten verloren. Das Splittern der Module ist eine weitere Gefahrenquelle für Feuerwehrmänner.

photo 1

Vorgehensweise im Schadenfall für stromerzeugende Solaranlagen

Checkliste:

photo 2

1. Erkundung der Einsatzstelle - Photovoltaik (PV)-Anlage vorhanden?

Überblick verschaffen:

  • Lage der Komponenten?
  • Anlagenbauteile unversehrt?
  • Einsatzkräfte auf erkannte Gefahren hinweisen, ggf. Bereiche absperren.

photo 3

Grundsätzliche Annahme: Anlage führt bis zu 1.000 Volt Gleichspannung!
Vorgehensweise analog wie bei 230/400 VoltWechselspannungsanlagen.

2. Einsatz – nach VDE 0132 vorgehen

  • Abstand zu spannungsführenden Teilen: 1m.
  • Schalthandlungen nur am Gleichstrom-Freischalter und an Wechselstrom-Sicherungen durchführen, sonst besteht Lichtbogengefahr im Gleichstrom-Bereich (Bereich von Modulen bis Gleichstromfreischalter, siehe Grafik “PV-Anlage”).
  • Mindestabstände beim Löschangriff: 1 bzw. 5m (siehe Tabelle).
  • Elektrofachkraft hinzuziehen.
  • Überflutete Bereiche: Abstand einhalten und Elektrofachkraft hinzuziehen.

Mindestabstände beim Mehrzweckstrahlrohr:

abstand

Die farblich hinterlegten Strahlrohrabstände für den Niederspannungsbereich gelten für PV-Anlagen. Hinweis: Für andere Löschmittel als Wasser gelten andere Abstände (siehe DIN VDE 0132); Schaumeinsatz nur in spannungsfreien Anlagen!

3. Beendigung des Einsatzes

  • Mögliche Gefahrenbereiche absperren.
  • PV-Anlage durch PV-Fachfirma in sicheren Zustand setzen und gegen Wiedereinschalten sichern, bzw. Beauftragten des Betreibers darauf hinweisen, dies zu tun.
  • Einsatzstelle an Betreiber übergeben.

4. Sonstige Gefahren

  • Toxische Gase: Gefährdung wie bei anderen Hausbränden, Atemschutz einsetzen, Lüftungsanlagen ggf. abschalten, betroffene Bereiche räumen.
  • Herabfallende Teile: Trümmerschatten berücksichtigen, Gefahrenbereich absperren, erhöhte Dachlast beachten.
  • Ausbreitung: Brandgefahr durch Lichtbogen im Gleichstrom- Bereich >>> Bereich um Lichtbogen sichern; Kamineffekt bei Aufdachanlagen >>> mögliche Ausbreitung beobachten.

5. Wichtige Hinweise

  • Sichere Spannungsfreiheit ist nur durch Freischalten des Gleichspannungskreises möglich.
  • Spannungsfreiheit muss messtechnisch festgestellt werden.
  • Abdecken oder Beschäumen der Module als Maßnahme zur Spannungsfreischaltung ist ungeeignet.
  • Module dürfen grundsätzlich nicht betreten werden.
  • Module und Leitungen nicht zerstören.
  • zerstörte Module als Brandschutt behandeln.

Schalthandlungen